Symbolbild "Wenn das Essen zum Feind wird", (c) Christine Sponchia auf Pixabay
ALPHAVISION Magazin

Wenn das Essen zum Feind wird

Magazin vom 14. / 15. September 2024
Wer eine Essstörung hat, hat ein gestörtes Selbstbild, welches sich durch einen tiefen Selbstwert auszeichnet. Die Sehnsucht nach Anerkennung ist gross und oft fühlen sich Betroffene abgelehnt und verzweifeln innerlich.
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Wer eine Essstörung hat, hat ein gestörtes Selbstbild, welches sich durch einen tiefen Selbstwert auszeichnet. Die Sehnsucht nach Anerkennung ist gross und oft fühlen sich Betroffene abgelehnt und verzweifeln innerlich.

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Persönlichkeiten & Beiträge

Mirjam Bachofen, (c) privat

Mirjam Bachofen

"Ich war ein sportlicher Teenager, der das Essen trotzdem liebte. Immer wieder hörte ich aber negative Bemerkungen über mein Äusseres. Mein Wunsch wurde immer stärker, dünn zu sein, um in meinem Umfeld besser anzukommen. Gewicht zu verlieren, wurde mein grösster Antrieb. Als dann die ersehnten Komplimente nach dem ersten Gewichtsverlust kommen, habe ich das Essen komplett verweigert. Ich hungerte so lange, bis in einer Sprechstunde das Wort Zwangsernährung fiel. Der Arzt stellte mich vor die Wahl: wieder essen oder Klinik. Es war eine lange Reise zu einem gesunden Umgang mit Essen."
Nicole Schlatter, (c) 2024, Alphavision

Nicole Schlatter

"Ich litt fast drei Jahrzehnte lang an Bulimie. Es war ein Zwang, mehrmals täglich zu essen um es danach wieder zu erbrechen. Meine Eltern führten eine Bäckerei. Als Kind ernährte ich mich hauptsächlich von Backwaren. Als 14-jährige wog ich knapp 100 Kilo. In der Schule wurde ich gemobbt und ausgegrenzt. Das war der Einstieg in die Ess-Brechsucht. Heute bin ich "geheilt".
Morena und David Beyeler (© Foto: privat)

Morena und David Beyeler

"In einer Traumatherapie kam ein Missbrauch ans Licht, der für die Krankheit verantwortlich gemacht wurde. Alles begann, als sie knapp 18 war. Unsere Tochter war darauf erst bulimisch, danach anorektisch. Sie wollte zeitweise auch nicht mehr leben und verbrachte insgesamt drei Jahre stationär in diversen Einrichtungen."
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Hintergrund zur Sendung

Mirjam Bachofen ist ein sportlicher Teenager, der das Essen liebt. Sie hört immer wieder negative Bemerkungen über ihr Äusseres. So wird ihr Wunsch immer stärker, dünn zu sein, um in ihrem Umfeld besser anzukommen. Gewicht zu verlieren, wird ihr grösster Antrieb. Als die ersehnten Komplimente nach dem ersten Gewichtsverlust kommen, verweigert Mirjam das Essen. Sie hungert so lange, bis in der Sprechstunde das Wort Zwangsernährung fällt. Der Arzt stellt sie vor die Wahl: wieder essen oder Klinik. Eine lange Reise zu einem gesunden Umgang mit Essen beginnt. Mirjam ist heute fast am Ziel.

Nicole Schlatter litt fast 29 Jahre lang an Bulimie. Es war ein Zwang, mehrmals täglich zu essen, um es danach wieder zu erbrechen. Die Eltern führten eine Bäckerei. Schon als Kind ernährte sich Nicole hauptsächlich von Backwaren. Als 14-jährige wog sie knapp 100 Kilo. Sie wurde in der Schule gemobbt und ausgegrenzt. Dies war der Einstieg in die Ess-Brechsucht. Zunehmend an Gewicht zu verlieren, verhalf der jungen Frau zu Anerkennung. Doch das Verheimlichen ist stressig. Weder Therapien noch Gebete fruchteten, um die Sucht loszuwerden. Heute ist die 44-jährige gesund und erzählt von ihrem langen Weg dahin.

Eine junge Frau, die den Kampf gegen die Magersucht verloren hat, ist Jamie Beyeler. Die Eltern Morena und David Beyeler haben ihre Tochter vor zweieinhalb Jahren verloren.
Jamie ist 23 Jahre alt, als sie an einem Herzstillstand stirbt. Alles begann, als sie knapp 18 war. Sie ist erst bulimisch, danach anorektisch. Die innere Not scheint so gross, dass sie zeitweise auch nicht mehr leben will. Sie kommt in eine Klinik und verbringt insgesamt drei Jahre stationär in diversen Einrichtungen. Ihr wird eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. In einer Traumatherapie kommt ein Missbrauch ans Licht, der für die Krankheit verantwortlich gemacht wird.