ALPHAVISION Magazin

Ich ticke anders

Magazin vom 28. / 1. März 2026
Jeder Mensch ist einzigartig. Das gilt nicht nur für unser Aussehen, sondern auch für unser Denken und Fühlen. Doch manche Menschen haben besonders stark den Eindruck, irgendwie anders zu «ticken» als die Mehrheit der Bevölkerung.
Abspielen
Trailer
Jeder Mensch ist einzigartig. Das gilt nicht nur für unser Aussehen, sondern auch für unser Denken und Fühlen. Doch manche Menschen haben besonders stark den Eindruck, irgendwie anders zu «ticken» als die Mehrheit der Bevölkerung.

Beiträge der Sendung

Ähnliche Beiträge

Persönlichkeiten & Beiträge

Dagmar Loosli mit Tochter

Dagmar Loosli

"Ich war irgendwie immer anders als die anderen, aber den Grund konnte ich mir nicht erklären. Früher hielt ich mich für dumm oder faul. Im ersten Arbeitsmarkt konnte ich nicht Fuss fassen. Erst, als ich schon lange mit Hansueli verheiratet war und ich einen mentalen Zusammenbruch erlitt, bekam ich die Diagnose: Asperger-Syndrom, eine Form von ASS (Autismus-Spektrum-Störung). Heute habe ich gelernt, mit meinem «Anderssein» umzugehen und fokussiere mich auf meine Stärke, die Kreativität."
Looslis Kunstwelt

Mirjam Neis

"Ich wusste erst mit Mitte 20, dass ich hochbegabt war, da ich mich aufgrund eines Zeitungsartikels abklären liess. Diese Erkenntnis half mir, um mich selbst endlich besser zu verstehen. Später wurde mir klar, dass meine depressionsähnlichen Gefühle durch Unterforderung und Langeweile bei der Arbeit entstanden sind. Unsere Kinder liessen wir früh abklären: beide sind auch hochbegabt. Nach einigen Schuljahren in der Volksschule und verschiedenen Privatschulen unterrichten wir sie heute zuhause, obwohl wir uns eine andere Lösung gewünscht hätten."
Gefallen Ihnen unsere Videos?
FENSTER ZUM SONNTAG erhält kein Geld aus dem Gebührentop (Serafe)! Wir sind weitgehend spendenfinanziert und brauchen Ihre Unterstützung, damit weitere Sendungen produziert werden können.
Zur Unterstützung

Hintergrund zur Sendung

Für diese Menschen hat die Wissenschaft den Begriff «Neurodivers» eingeführt. Im Gegensatz zu «neurotypischen» Menschen, funktioniert das Gehirn bei «neurodiversen» Personen ein bisschen anders, ohne dabei aber eine krankhafte Störung darzustellen. Dazu zählen zum Beispiel Menschen mit ADHS, Autismus, Legasthenie oder auch Hochsensible und Hochbegabte. Man geht davon aus, dass rund ein Drittel der Menschen in der Schweiz zu einer dieser Gruppen zählen.

Dagmar Loosli weiss lange nicht, was mit ihr los ist. Irgendwie war sie immer anders als die anderen, doch den Grund kann sie sich nicht erklären. Früher hielt sie sich für dumm oder faul. Im ersten Arbeitsmarkt kann sie nicht Fuss fassen. Erst, als sie schon lange mit Hansueli verheiratet ist und einen mentalen Zusammenbruch erleidet, bekommt sie die Diagnose: Asperger-Syndrom, eine Form von ASS (Autismus-Spektrum-Störung). Auch bei ihrer Tochter Anuschka wird bei einem Test Asperger festgestellt. Heute haben die Looslis gelernt, mit ihrem «Anderssein» umzugehen und fokussieren sich auf ihre Stärke, die Kreativität. Dagmar und Anuschka, aber auch Hansueli malen, zeichnen, töpfern und machen aus alten Möbeln neue Kunstwerke.

Mirjam ist hochbegabt. Das weiss sie erst, seit sie Mitte 20 ist, da sie sich aufgrund eines Zeitungsartikels abklären liess. Diese Erkenntnis half Mirjam sehr, um sich selbst endlich besser zu verstehen. Heute ist ihr beispielsweise klar, dass ihre depressionsähnlichen Gefühle durch Unterforderung und Langeweile bei der Arbeit entstanden sind.
Mirjam wurde in der Schulzeit oft als Streberin betitelt, obwohl sie für ihre guten Noten gar nie gelernt hatte. Da sie auch dazu gehören wollte, begann sie absichtlich schlechte Tests zu schreiben.
Ob ihre Kinder auch hochbegabt sind, wurde früh abgeklärt. Ben ist 9-jährig und hochbegabt und die 11-jährige Hannah ist teilhochbegabt und hochsensibel. Nach einigen Schuljahren in der Volksschule und verschiedenen Privatschulen werden die beiden heute zuhause unterrichtet, obwohl sich Mirjam und ihr Mann eine andere Lösung gewünscht hätten.