Symbolbild "Weinen befreit", (c) Joseph Berardi, Pixabay
ALPHAVISION Magazin

Weinen befreit

Magazin vom 15. / 16. Februar 2025
Weinen ist ein Grundbedürfnis – jeder Mensch hat schon mal geweint. Es gibt aber Menschen, die zu vermeiden versuchen, dass ihnen die Tränen über die Wangen kullern. Was die Wissenschaft dazu sagt: Weinen tut uns gut. Beim Weinen reduziert unser Körper Stresshormone. Auch Puls und Atem normalisieren sich. Es werden zudem Glückshormone wie Endorphine und Oxytocin freigesetzt, die unsere Stimmung heben und für Wohlbefinden sorgen.
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Weinen ist ein Grundbedürfnis – jeder Mensch hat schon mal geweint. Es gibt aber Menschen, die zu vermeiden versuchen, dass ihnen die Tränen über die Wangen kullern. Was die Wissenschaft dazu sagt: Weinen tut uns gut. Beim Weinen reduziert unser Körper Stresshormone. Auch Puls und Atem normalisieren sich. Es werden zudem Glückshormone wie Endorphine und Oxytocin freigesetzt, die unsere Stimmung heben und für Wohlbefinden sorgen.

Beiträge der Sendung

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Persönlichkeiten & Beiträge

Mica Sutter, © 2025 ALPHAVISION

Mica Sutter

"Ich frage mich manchmal, wie viele Tränen noch übrig sind, die geweint werden können. Als Kind hatte ich den Glaubenssatz verinnerlicht, dass ich stark sein muss, für andere sorgen muss und dass meine Gefühle nicht wichtig sind. Ich unterdrückte viele Jahre Trauer und Schmerz und errichtete damit eine Staumauer um mein Herz. Als ich vor zwei Jahren an einer chronischen Erkrankung in Verbindung mit einem Burnout erkrankte, brach dieser Damm und die «alten» Tränen begannen zu fliessen. In dieser Zeit erlebte ich traurige Phasen, aber auch Erleichterung und befreiendes Loslassen. Auch wenn ich nach wie vor stark eingeschränkt bin durch meine Erkrankung, habe ich doch gelernt, dass das Weinen, genauso wie das Lachen, zum Leben und Menschsein gehört."
Stefan Britt, © 2025 ALPHAVISION

Stefan Britt

«Ich hatte eine schwierige Kindheit und Jugend. Schon als Teenager kam ich in den Jugendstrafvollzug und wurde in einem Heim platziert. Niemand hatte mir beigebracht, wie ich mit Gefühlen umgehen kann». Erst kurz bevor ich 50 Jahre alte wurde, hatte ich ein befreiendes Erlebnis, als ein Freund für mich betete und die Tränen nur so flossen. Danach war ich leichter und erfrischt."
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Hintergrund zur Sendung

«Ich frage mich, wie viele Tränen noch übrig sind, die geweint werden können», sagt Mica Sutter rückblickend. Die 32-jährige hat als Kind den Glaubenssatz verinnerlicht, dass sie stark sein, für andere sorgen müsse und dass ihre Gefühle nicht wichtig seien. Sie unterdrückte viele Jahre Trauer und Schmerz und errichtete damit eine Staumauer um ihr Herz. Als sie vor zwei Jahren an einer chronischen Erkrankung (Me/cfs)* in Verbindung mit einem Burnout erkrankt, bricht dieser Damm und die «alten» Tränen beginnen zu fliessen. In dieser Zeit erlebt Mica traurige Phasen, aber auch Erleichterung und befreiendes Loslassen. Auch wenn sie nach wie vor stark eingeschränkt ist durch ihre Erkrankung, hat sie doch gelernt, dass das Weinen, genauso wie das Lachen zum Leben und Mensch sein gehört.

«Niemand hat mir beigebracht, wie man mit Gefühlen umgeht», erzählt Stefan Britt wenn er von seiner schwierige Kindheit und Jugend erzählt. Schon als Teenager kam er dann in den Jugendstrafvollzug und wurde in einem Heim platziert. Auch später während seiner Lehre auf dem Bau, in der Zeit im Militär oder nach seinem Absturz als Drogensüchtiger auf dem Platzspitz - immer musste er stark sein und hatte keinen gesunden Zugang zu seiner sensiblen Seite. Erst im Alter von 49 Jahren hat er ein befreiendes Erlebnis, als sein Freund für ihn betet und bei Stefan anfangen die Tränen zu fliessen. Endlich kann er weinen und fühlt sich danach leichter und erfrischt.

* Myalgische Enzephalomyelitis/ Chronic Fatigue Syndrome