Schon 1984 stellte Herber Grönemeyer in seinem Lied «Männer» die Frage: «Wann ist ein Mann ein Mann?» Seither hat sich die Gesellschaft stark verändert und die Frage scheint aktueller denn je. Stark, sensibel, erfolgreich, dominant, liebenswürdig oder kantig? Wie soll der Mann denn heute sein? Oder gibt es gar keine Rollenbilder mehr? Viele Männer scheinen jedenfalls ihrer eigenen Identität nicht mehr sicher zu sein, da die Gesellschaft weniger klare Vorgaben macht. Doch das lässt Raum für neue Entwürfe, die möglichweise nicht weniger mit Männlichkeit zu tun haben als die traditionellen Konzepte. Diese Sendung geht der Frage nach, was «Männlichkeit» im innersten ausmacht und was für eine Rolle die Gesellschaft und der Glaube dabei spielen. Männer unterschiedlicher Generationen sprechen über ihren Weg zu sich selbst und was Männlichkeit für sie bedeutet.
Rollenbilder im Wandel, veränderte gesellschaftliche Erwartungen und neue Lebensentwürfe haben das klassische Bild des Mannes ins Wanken gebracht. Heute hört man vielerorts von maskuliner Verunsicherung, doch was bedeutet heute Männlichkeit eigentlich?
Die Sendung geht dieser Frag nach, ohne aber den Anspruch zu haben, sie zu abschliessend zu beantworten. Stattdessen berichten drei Männer unterschiedlicher Generationen über ihren Weg, ihre Identität und ihren Alltag.
Andreas Wolf leitet die Organisation «4M Switzerland», die männerspezifische Angebote ausrichtet. Dabei geht es um Erlebnistrips für Gruppen in der Natur, wo «Mann» auch mal an seine Grenzen kommt. Oder man trifft sich gemütlich am Abend bei einem Lagerfeuer. Die gemeinsamen Erfahrungen sollen Männer stärken und es ihnen erleichtern, sich für ihre eigenes Innenleben zu öffnen. Das geht in der Natur am besten findet Andreas. Sie ist auch für ihn selbst der Ort, an dem er Zugang zu sich und zu Gott findet.
Jonathan Schmidts findet diesen Zugang dagegen eher über Kunst und Musik. Er ist Songwriter, Schlagzeuger und Leiter einer Künstler-Netzwerks. Als Vater von drei Söhnen und einer Tochter ist es ihm wichtig zuhause oft präsent zu sein. Mit seiner Frau Angie teilt er Haushalt und Arbeit auf. Seine Kinder möchte er gleichberechtigt erziehen und achtet dabei mehr auf ihre Persönlichkeit als auf ihr Geschlecht. So hat er es auch selbst in seinem Elternhaus erlebt.
Alexander Meier arbeitet für die Firma «Securitas» im Inselspital Bern. Er war lange Kampfkunsttrainer und Leiter der Kampfschule «Meier Combat System». Seit über 30 Jahren widmet er sich Karate, Kenjutsu, Kobudo und Selbstverteidigung. In seinem Buch «Selbstverteidigung auf den Punkt gebracht» verbindet er Selbstverteidigung mit Werten wie Respekt, Selbstvertrauen und Gewaltprävention. Er ist der Meinung, dass jeder Mann in der Lage sein sollte, sich zu verteidigen.