Perfektionismus ist häufig angstgetrieben und führt oft zu starren, unrealistischen Erwartungen. Exzellenz hingegen beschreibt ein gesundes Streben nach Weiterentwicklung. Wir stellen Menschen vor, die sich von perfektionistischem Denken hin zu einer Haltung der Exzellenz entwickelt haben. Malin Hartelius bezeichnet sich als Perfektionistin. Die in Schweden geborene Sopranistin war von 1991–2012 Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich und galt dort als Publikumsliebling. Sie sang alle grossen Mozart-Partien ihres Fachs und fand einen natürlichen Zugang zu ihrer Stimme, bis bei Proben ein folgenschwerer Bühnenunfall passierte. Nach etlichen schwierigen Jahren der Veränderung bildet sie heute mit Exzellenz die klassischen Sängerinnen und Sänger an der Hochschule der Künste in Bern aus. Simon Gerber ist gelernter Uhrmacher und repariert heute mit grosser Liebe historische Wanduhren. Trotz ihrer erstaunlichen Präzision läuft bei diesen alten Uhrwerken natürlich längst nicht alles so perfekt wie bei unseren heutigen Smart-Watches. Doch gerade das gehört für Simon zum Charme dieser mechanischen Wunderwerke dazu. Vor seiner jetzigen Tätigkeit hatte Simon einen Job, der gegensätzlicher nicht sein könnte: Als Sozialarbeiter begleitete er Jugendliche auf ihrem Weg ins Erwachsenenalter. Hier lernte er, dass ein perfektionistischer Anspruch nicht nur fehl am Platz, sondern sogar schädlich sein kann. Sendung verpasst?Nach der Erstausstrahlung (SRF 1) online ansehen auf dieser Seite, auf YouTube (Magazin) und Play SRF.