Ich bin adoptiert

Nicht gewollt und nicht erwünscht, ausgestossen von seiner eigenen Familie – kaum auf der Welt, sich selbst überlassen: Das ist der Start ins Leben von Bruno Keller. Doch er begegnet Menschen, die ihm Liebe, Anerkennung, Respekt und Selbstwert geben.

Bild: Bruno Keller

Bruno Keller verbringt sein erstes Lebensjahr zwischen Kinderheim und Kinderkrippe. Er ist bei einem Seitensprung entstanden. Niemand will sich offiziell um ihn kümmern, er wird amtlich zum Waisen erklärt. Erst mit zwei Jahren bekommt Bruno eine Familie – aus dem unerwünschten Kind wird ein Wunschkind. Und trotzdem plagen ihn immer wieder Fragen: Warum bin ich so, wie ich bin? Woher komme ich?

Mit 19 Jahren erreicht seine Krise den Höhepunkt: Bruno Keller versucht sich das Leben zu nehmen, verschwindet heimlich nach Griechenland und Norddeutschland, im Gepäck immer die Bibel. Aber Gott als liebenden Vater annehmen, das kann er nicht.

Stück für Stück lernt er zehn Jahre später seine leibliche Familie kennen. Überraschungen, Enttäuschungen und neu aufflammende Verstrickungen begegnen ihm. Heute ist Bruno Keller selbst Vater von drei Söhnen. Wir begleiten Bruno Keller auf den Spuren seiner Herkunft und besuchen mit ihm die verschiedenen Stationen seines Lebens.

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Heidi (06.04.2012)
Lieber Bruno Vielen Dank für deine offenen Worte. Es hat uns, mir und meinem Mann einen guten Einblick in die emotionale Situation eines Adoptivkindes vermittelt. Wir haben selber unseren Sohn vor 40 Jahren zur Adoption freigegeben. Vor eineinhalb Jahren haben wir ihn gesucht und haben nun brieflichen Kontakt zu ihm. Es war auch für uns ganz wichtig, dass wir unseren Sohn in Gottes Hände legen konnten und ihm auch heute wieder die Situation hinlegen können. Ohne Seine Hilfe wäre das Ganze emotional sehr schwierig. Wir wünschen dir Gottes Durchtragen in den emotionalen Hochs und Tiefs.
Bruno (04.04.2012)
Danke für alle Rückmeldungen per Forum, E-Mail, Brief, Telefon, Besuch ... Sollte es im Fernsehen und im Radio zu wenig klar geworden sein, so schreibe ich es gerne hier nochmals: Ich bin Gott von Herzen dankbar wie gut und bewahrend alles gekommen ist mit der Adoption. Das Wiedersehen meiner leiblichen Herkunft war aus menschlicher Sicht absoluter Zufall. Ich hatte damals mit 29 bereits einige Jahre mit dem Suchen abgeschlossen und es Gott überlassen. Was mich halt vielmehr immer wieder einholte, sind eben doch die sehr grossen emotionalen Unterschiede zur Adoptivfamilie. Das hat Lebensfragen ergeben, die ich heute beantworten kann. Beide Seiten meiner Herkunft (Mutter und Vater) leben im Nachbardorf und haben mitlerweile auch vom christlichen Glauben etwas mitbekommen.
Dolores Prader (18.03.2012)
Ich möchte mich dem E-Mail von Andrea voll und ganz anschlies-sen. Ich bin sehr froh, dass ich bei meinen Adoptiveltern sein durfte, denn ich hätte es nirgends esser haben können. Allerdings habe ich mit 24 Jahreneine leibliche Mutter esucht und gefunden. Aber ich konnte nie ein inniges Verhältnis aufbauen zu ihr, denn sie war ja eine fremde Frau für mich.Auch hat sie mir nie gesagt wer mein Vater war, aber ich hatte ja ganz liebe eltern. was wollte ich mehr. Ich wünsche ihnen, Herr Keller, seien sie dankbar, dass sie Eltern hatten. Ich wünsche ihnen alles gute für ihr weiteres Leben.
Matthias Braunschweig (11.03.2012)
Ich möchte Herrn Keller gratulieren wie er sein Leben meistert. Trotz der emotionallen Zerreissprobe. Freundliche Grüsse M.B
Regula Koch (11.03.2012)
Hallo. Die Sendung war sehr spannend. Konnte mich gut in Herr Keller Einfühlen, zumal ich auch ähnliches erlebt habe. Hut ab vor Herr Keller, das war sehr mutig! das Thema ist sehr komplex und mit sehr viel Emotionen verbunden.
Andrea (10.03.2012)
Ich bin auch adoptiert. Zugegeben mit einem besseren Start als Bruno, nämlich direkt aus dem Spital nach der Geburt (bzw. sobald das bei mir als Frühgeburt möglich war). Trotzdem unterscheidet mich etwas von vielen Adoptivkindern dieser Welt, was mich immer wieder beschäftigt, wenn ich einen Beitrag dazu sehe. Ich bin glücklich, dass ich adoptiert wurde. Von meiner leiblichen Mutter weiss ich nur, dass sie für damalige Verhältnisse (1969) sehr jung war und mich wohl hätte behalten dürfen, hätte sie meinen leiblichen Vater geheiratet; was sie aber nicht gewollt hat. Ich bewundere die Stärke dieser Frau, sich für eine Freigabe zur Adoption zu entscheiden. Ich glaube, diese Stärke macht auch mich stark. Auch ich kann beim Arzt nicht sagen, ob in meiner Familie Erbkrankheiten vorhanden sind ... aber ich find das nicht schlimm. Vielleicht auch gut nicht zu wissen, was man "geerbt" haben könnte. Ich bin im Charakter meinem Vater (also Adoptivvater) so ähnlich, dass ich glaube, vieles kommt auch durch Erziehung und nicht nur durch das Erbe. Ich bin ich - und ich danke Gott, dass er mir so wunderbare Eltern geschenkt hat ! Auch ich Glaube - und habe nie mit meinem Glauben gehadert ... zumindest nicht aus dem Grunde, dass ich adoptiert bin. Meine Verwandschaft hat immer gewusst, dass ich adoptiert bin - ich bin in dem Wissen darum, adoptiert zu sein, aufgewachsen; für mich war und ist es normal. Meine Wurzeln sehe ich in einer starken Mutter, die damals einen starken (und vermutlich sehr schweren) Entscheid getroffen hat. Ich bin froh, hat sie so entschieden - und hat Gott meinen Adoptiveltern und mir die Chance auf ein gemeinsames Leben geschenkt. Meine Eltern haben nämlich ein Kind "verdient" - und ich kann froh sein, so tolle Eltern gefunden zu haben. Sogar als ich selber Mutter werden durfte, kam mir nie der Gedanke, meine leibliche Mutter suchen zu müssen. Wieso sollte ich jemanden suchen, der mich freigegeben hat und dem dies vielleicht nicht leicht gefallen ist. In all den Jahren sind die Wunden vielleicht verheilt, soll ich jetzt da als Egoist - dem es ja gut ergangen ist mit der Entscheidung meiner leiblichen Mutter - aus reiner Neugier alte Wunden aufreissen ? Ich kann verstehen, dass Bruno mit seiner Vorgeschichte da anders denkt - aber für mich ist und bleibt die Adoption ein Glücksfall und ein wunderbarer Start in mein Leben ! Und ich bin überzeugt, Gott hat damals dafür gesorgt, das alles so kam wie es kam - und er sorgt heute für mich ... so dass ich nicht das Gefühl habe, ich hätte keine Wurzeln, sondern mich fest verwurzelt fühle an meinem Platz im Leben.

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Sendetermin

10.03.2012
SF zwei: 17.20 Uhr
SF info:   18.30 Uhr

11.03.2012
SF zwei: 11.45 Uhr !

SF info:   17.45 Uhr

(Produkt-Nr. ERF 298)

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